Mensch im Zentrum

Die digitale Transformation, künstliche Intelligenz und Big Data versprechen Wirtschaftswachstum und Effizienzsteigerungen auf Basis neuer Geschäftsmodelle. Dabei wird nach wie vor vornehmlich in technologische Innovation investiert. Medien schüren die Ängste um die Verluste von Arbeitsplätzen in der Arbeitswelt 4.0. Es ist an der Zeit, den Menschen ins Zentrum seines zunehmend digitalisierten Arbeits- und Lebensumfelds zu stellen.

2013 haben zwei Wissenschaftler aus Oxford in einer Studie berechnet, dass 47 Prozent der US-amerikanischen Arbeitsplätze Gefahr laufen, weg digitalisiert zu werden. Nachrechnungen von zwei Schweizer Forschern haben ergeben, dass auch in der Schweiz etwa die Hälfte der Arbeitsplätze durch Digitalisierung gefährdet seien.

Folgende Aspekte gilt es dabei zu beachten. Erstens wird längst nicht jeder automatisierbare Arbeitsplatz auch tatsächlich automatisiert. Weiter überschätzen Experten häufig das technische Potenzial zur Automatisierung von Arbeitsplätzen. Und schliesslich schafft Digitalisierung auch eine neue Nachfrage für Arbeit. Zwar werden sicher Arbeitsplätze durch Automatisierungen wegfallen – wie dies beabsichtigt ist. Automatisierungen haben aber in allen Industrialisierungen immer zu höherer Produktivität, höheren Löhnen und gesteigerter Nachfrage nach Arbeitskräften geführt.

Tatsächlich hat in Deutschland ein anderer Berechnungsansatz zu einer weit tieferen Automatisierungswahrscheinlichkeit von 12 Prozent geführt. Betrachtet wurden dabei Tätigkeitsstrukturen am Arbeitsplatz und deren Automatisierungspotenzial, nicht ganze Berufsbilder. Grundsätzlich geht es letztlich aber darum, dass die Digitalisierung in alle Bereiche unserer Arbeitswelt vordringen wird und entsprechende digitale Fähigkeiten und Kompetenzen fordert. Besondere Bedeutung kommt deshalb der betrieblichen Förderung von Weiterbildung, Umschulung, Qualifikation und dem eigenverantwortlichen lebenslangen Lernen zu.

Was es brauchen wird, sind Strategien zum Umgang mit den unterschiedlichen digitalen Fähigkeiten der Mitarbeitenden, proaktive Förderung von digitalen Kompetenzen durch den Arbeitgeber und interessante Aufgaben, an denen die Mitarbeitenden wachsen können. Change Management als Führungsaufgabe gewinnt an Bedeutung. Der Erfolg des Unternehmens erwächst auch künftig aus einem optimalen Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Für die Maschinen sorgt die sich rasant weiter entwickelnde Technologie. Für die Menschen müssen aktiv die Organisationen, die Unternehmen sorgen.

Wir unterstützen Sie gern dabei.

Mehr Infos zu IT Organisationsentwicklung und Digitalisierung auf unserer Website.

(Dieser Newsletter verwendet die IAP Studie «Der Mensch in der Arbeitswelt 4.0» von 2017 als Quelle.)

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