Viele Unternehmen gehören in ihren Branchen zur Weltspitze. Jetzt stehen sie vor der Herausforderung der digitalen Transformation, in der es darum geht, Wertschöpfungsketten digital zu verlängern, smarte Services zu entwickeln und die Kunden besser zu verstehen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, fühlen sich die meisten Betriebe gut vorbereitet. Auffällig: Die IT-Abteilung steht im Zentrum des digitalen Umbaus.

Lange Jahre war von der IT-Abteilung als "Dienstleister" die Rede, dessen "Kunden" in den Fachabteilungen sassen. Das ist die Welt von gestern. In Zeiten der digitalen Transformation ist die IT die entscheidende Kraft im Kampf um Wettbewerbsvorteile geworden, und verantwortlich für den Wandel ist niemand anders als die IT-Abteilung. Zumindest sehen das die Teilnehmer einer empirischen Studie von Crisp Research aus Kassel so.

Die Marktforscher haben in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Dimension Data Germany von September bis November 2014 insgesamt 100 Manager und IT-Entscheider grösserer Unternehmen befragt. Es ging darum, herauszufinden, wo sich diese Betriebe auf dem Weg in die digitale Zukunft sehen, welche Pläne sie konkret verfolgen und welche Investitionen sie für notwendig halten.

Physische und digitale Welt wachsen zusammen

Die digitale Transformation beschreibt den fundamentalen Wandel von Unternehmen hin zu einer vollständig vernetzten digitalen Organisation. Auf Basis von neuen Technologien und Applikationen werden Produkte, Services und Prozesse umgestaltet und an die Anforderungen der digitalen Ökonomie angepasst. Das ist zum einen möglich, weil immer mehr Menschen über mobile Endgeräte und Wearables erreichbar sind und ihre persönlichen Daten - ob freiwillig oder nicht - zur Verfügung stellen. Und es ist möglich, weil auch Gegenstände und Maschinen über Sensoren und SIM-Karten jederzeit digital ansprechbar sind, was zu veränderten und erweiterten Wertschöpfungsketten führt. Wir bewegen uns also mit Höchstgeschwindigkeit in eine voll vernetzte Welt.

Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen und Branchen ihre Geschäftsmodelle und -prozesse auf den Prüfstand stellen, wollen sie nicht von schnelleren Wettbewerbern oder von Newcomern mit einer rein digitalen DNA überrannt werden. Wie rasch so etwas gehen kann, zeigen die allseits bekannten Beispiele wie Uber, Airbnb, Netflix, Salesforce.com, Spotify, aber auch Google (autonomes Fahren), Tesla oder Amazon (E-Commerce). 

Eine Sache der internen IT

Die Gestaltung und Umsetzung der digitalen Transformation innerhalb des Unternehmens ist zu einem Löwenanteil Sache der internen IT-Abteilung", heisst es glasklar in der Analyse, die der COMPUTERWOCHE exklusiv vorliegt. Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen (69 Prozent) gaben an, dass die IT-Abteilung einen massgeblichen Anteil an der Planung, Implementierung und Umsetzung der Aktivitäten hinter der digitalen Transformation habe. Dieses Meinungsbild zeigt sich über alle Branchen hinweg. Lediglich 39 Prozent sehen Geschäftsführung und Vorstand als Gestalter der digitalen Zukunft und 17 Prozent die Unternehmensentwicklung - sofern es denn einen solchen Bereich unabhängig von der Geschäftsführung gibt. Nur zwölf Prozent halten die Digitalisierung für eine Aufgabe der Fachbereiche.

Das Topmanagement muss moderieren

Dass in 39 Prozent der Fälle Instanzen aus dem Topmanagement aktiv an der digitalen Transformation im Unternehmen beteiligt sind, begründet Crisp Research damit, dass disruptive Veränderungen manchmal schmerzhaft sind und Entscheidungen von ganz oben brauchen. Erschwerend hinzu komme, dass die meisten Mitarbeiter heute in ihrem privaten Umfeld bereits "digitalisiert" seien und ihre eigenen Vorstellungen davon hätten, welche Massnahmen richtig oder falsch sind. Deshalb müsse das Management schon mal vermittelnd eingreifen, die Anliegen der Abteilungen einordnen und gegebenenfalls an die IT weiterreichen.

Wichtiger noch ist aber, dass die digitale Transformation die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beeinflusst. Das gilt etwa für die internen Prozesse, das Kundenerlebnis oder die Schnittstelle zu Partnern und Lieferanten. Unternehmensleitungen, die ihren Job ernst nehmen, werden sich daher in den Digitalisierungsprozess einbringen. In manchen Fällen existieren für diese Aufgabe sogar ganze Abteilungen, die lenkend in die digitale Transformation eingreifen.

Der Einfluss der IT steigt weiter

Die Erwartungen an die IT-Abteilungen sind angesichts der digitalen Herausforderung hoch. Gut ein Drittel der Befragten sieht die IT in der Rolle des Strategen - laut Crisp ein Beleg dafür, wie gross das Vertrauen in die IT oft ist. Einfluss und Verantwortung der IT werden weiter steigen, lautet die Prognose. Jeder fünfte Befragte erwarte von der IT neue Impulse und Ideen. Ein weiteres Drittel sieht die IT-Profis eher in der Rolle der Umsetzer. Nur eine kleine Minderheit (fünf Prozent) bezeichnet die interne IT-Mannschaft als "Bedenkenträger", mit der ein digitaler Umbau schwerfalle.

In den Unternehmen, die bereits eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie implementiert haben, tritt die interne IT in über der Hälfte der Fälle als Umsetzer auf (51 Prozent). Dort, wo sie eher als Ideengeber oder Stratege charakterisiert wird, ist meist eine Neigung zum Outsourcing feststellbar. In diesen Fällen beschränkt sich die IT auf die Überwachung der laufenden Prozesse und Applikationen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Bedeutung der IT in den Unternehmen "drastisch zunimmt". Allerdings werde sie nicht immer als die Abteilung wahrgenommen, deren Kernkompetenz die digitale Transformation ist. Dennoch wachse ihr im Zuge dieser Veränderungen bereichsübergreifend eine immer wichtigere Bedeutung zu. Laut Crisp Research bedeutet das, dass sich "das Zusammenspiel zwischen der IT und den jeweiligen Fachabteilungen verbessern muss, um das Tagesgeschäft des Unternehmens massgeblich zu fördern".

Befragt nach den Aufgaben, die im Kontext der digitalen Transformation auf die Unternehmens-IT zukämen, waren sich die Befragten einig, dass das Integrieren, Entwickeln, Betreiben und Verbessern neuer Anwendungen im Vordergrund stehen müssen. Doch auch in Sachen Innovations-Management werden klare Impulse erwartet.

Leadership-, Developer- und Startup-Kultur

In ihrer klassischen Rolle hat die IT-Abteilung bislang vor allem einen sicheren IT-Betrieb gewährleistet. Sie hat Infrastrukturen und infrastrukturnahe Services zur Abbildung der Geschäftsprozesse bereitgestellt und dieser Aufgabe alles andere untergeordnet. Dazu musste die IT die internen und externen Geschäftsprozesse kennen und gestalten - eine Voraussetzung, die auch in Zukunft gilt. Auch Beratungskompetenz wird die IT wie schon in den vergangenen Jahren mitbringen müssen.

Dennoch gibt es deutliche Verschiebungen, was ihre Ausrichtung angeht. IT-Abteilungen müssen nach Ansicht der Befragten eine Leadership-, eine Developer- und eine Startup-Kultur ausprägen. Sie müssen sich bewusst werden, dass ihr Einfluss auf den Geschäftserfolg zunimmt. Daher sei es wichtig, dass die IT in die Rolle des "Leaders" hineinwachse. Addiert man die "hohe" und die "sehr hohe Zustimmung" in dieser Frage, dann erreicht die Leadership-Kultur mit 83 Prozent sogar den höchsten Wert. Der IT-Organisation der Zukunft kommt also eine Führungsrolle zu.

Digitale Transformation bedeutet aber auch, dass Entscheidungen schneller fallen und Marktreaktionszeiten verkürzt werden müssen. Dafür gilt es die Rahmenbedingungen zu schaffen. "Run IT like a Startup" könnte zum Motto vieler IT-Abteilungen werden. Es gilt eine Umgebung zu schaffen, in der Kreativität entstehen und Innovation angestossen werden kann. Was so einfach klingt, bedeutet für viele IT-Shops einen Sinneswandel.

Die Befragten halten es für besonders wichtig, dass innerhalb der IT mehr Verantwortung auf den Schultern der Entwickler lastet und diese entsprechende Freiräume bekommen. Nur wenn Betrieb und Entwicklung näher zusammenrückten - Stichwort: DevOps -, habe die IT eine Chance, den allseits geforderten Beitrag zur digitalen Transformation zu leisten. Die hohe Zustimmung für die Forderung, eine Startup- (28 Prozent) beziehungsweise Developer-Kultur (32 Prozent) zu schaffen, untermauert dies eindrucksvoll

SaaS, Cloud und Mobile sind Pflicht

Der digitale Umbruch lässt sich in der Praxis an konkreten Projekten und Themen festmachen. Welche Themenkomplexe und Vorhaben sind also diejenigen, die für den CIO beziehungsweise IT-Leiter ganz oben auf der Agenda stehen? Zunächst gilt es, die "Low-hanging Fruits" zu ernten, also diejenigen Technologien, die den allgemeinen Bedarf der Unternehmen gut abdecken und strategisch leicht zu evaluieren sind. Dazu zählen beispielsweise Software as a Service (SaaS), Cloud Computing und mobile Applikationen. "Deutsche Unternehmen beschäftigen sich im ersten Schritt ihrer digitalen Transformation mit Cloud Computing", beobachtet Maximilian Hille, Analyst bei Crisp Research und einer der Studienautoren.

Platform as a Service (PaaS) und SaaS stehen demnach mit jeweils 70 Prozent der Nennungen weit oben auf der Agenda der CIOs. Den Marktforschern zufolge liegt das daran, dass viele moderne, geschäftskritische Applikationen inzwischen im SaaS-Modell ausgeliefert werden und deren Business Case klar kalkulierbar ist. Und PaaS-Lösungen reduzieren den Entwicklungsaufwand und führen zu schnelleren Ergebnissen. Auch mobile Geschäftsanwendungen und das Management mobiler Endgeräte sind laut Umfrage in etwa zwei Drittel der Unternehmen quasi umsetzungsreif. Dabei legen die Unternehmen besonderen Wert darauf, die Kontrolle über die geschäftskritischen Daten zu behalten.

Business-Analytics- und Big-Data-Szenarien sind ebenfalls strategisch wichtige Themen, die von 69 Prozent der befragten Unternehmen kurz- und mittelfristig angegangen werden sollen. Dabei gilt das massive Datenaufkommen inner- und ausserhalb der Unternehmen als Herausforderung. Diese Daten zu visualisieren und einen klaren Mehrwert daraus zu generieren, ist den Befragten besonders wichtig.

Auch die Themenkomplexe Internet der Dinge oder das spezifischere Thema Industrie 4.0 scheinen bei den befragten Unternehmen an Fahrt aufzunehmen. Bei einem genauen Blick auf die produzierende Industrie ergibt sich bei bereits 55 Prozent ein Planungsstand, der die Umsetzung von Industrie-4.0-Szenarien kurz- und mittelfristig vorsieht.

Infrastruktur der nächsten Generation

Die digitale Transformation erfordert skalierbare Infrastrukturen - sowohl technisch als auch hinsichtlich der internationalen Reichweite. Vielen Unternehmen ist das bewusst. Sie haben damit begonnen, den Aufwand für den Betrieb vorhandener Infrastrukturen zu senken und diese um Systeme und Komponenten aus dem Bereich der "Next-Generation-Infrastruktur" zu erweitern - damit sind nicht zuletzt Cloud- und Automatisierungstechniken gemeint. Zwei Drittel (67 Prozent) der IT-Investitionen fliessen laut Studie derzeit in den Betrieb von bestehenden IT-Infrastrukturen, ein Drittel (33 Prozent) in neue, innovative Systeme. Laut Crisp Research ist das kein schlechtes Verhältnis: Erfahrungswerte zeigen, dass das durchschnittliche Investitionsverhältnis in den vergangenen Jahren noch bei 80 zu 20 lag.

Mehr als ein Drittel (39 Prozent) der Befragten ist der Meinung, dass ihre IT-Umgebungen mit einem vertretbaren Aufwand der Digitalisierung begegnen können. Rund die Hälfte sagt, man könne die Herausforderungen der digitalen Transformation mit der vorhandenen Infrastruktur nicht "gänzlich bewältigen", und eine Minderheit von elf Prozent hat explizit Nachholbedarf, hat also in den vergangenen Jahren offensichtlich zu wenig unternommen, um für die digitale Herausforderung gewappnet zu sein.

IT-Chefs kennen die Schwachstellen

Auffällig ist hier, dass Business-und IT-Entscheider in dieser Frage nicht einig sind. Die IT-Chefs sagen zu immerhin 15 Prozent, dass sie den digitalen Wandel mit der bestehenden IT-Infrastruktur "auf keinen Fall" oder "eher nicht" meistern könnten. Die Business-Manager indes sind nur zu fünf Prozent dieser Meinung. Crisp Research schlägt sich hier auf die Seite der IT-Entscheider und stellt fest, dass diese die "Schwachstellen" ihrer IT-Umgebung im Transformationsprozess bereits identifiziert hätten.

Ein Blick auf die untersuchten Branchen zeigt, dass insbesondere die produzierende Industrie Bedarf sieht, ihre IT-Infrastrukturen innerhalb der Cloud-Transformation und später für die Industrie-4.0-Anforderungen weiter aufzurüsten. Nur 43 Prozent der Befragten gaben an, mit den bestehenden Infrastrukturen in der Lage zu sein, die Herausforderungen zu meistern. Bei Banken (64 Prozent) sowie Versorgern (67 Prozent) ist der Optimismus deutlich grösser.

"Next Generation Infrastructure"

Was steckt nun genau hinter der "Next Generation Infrastructure", ohne die eine digitale Transformation unmöglich scheint? Gefragt sind Investitionen in skalierbare und flexibel anpassbare Cloud-Architekturen sowie Software-defined Environments im Sinne einer zukunftsorientierten IT-Infrastruktur. Es geht also nicht um den simplen Austausch vorhandenen Equipments durch Ersatzprodukte.

Die Tatsache, dass die Hälfte der Entscheider ihre bestehende IT-Infrastruktur nicht oder nur teilweise als ausreichend für die Bewältigung der digitalen Transformation einschätzt, sorgt denn auch für die Forderung nach einer signifikanten Budgeterhöhung, um dem Wandel optimal begegnen zu können. "82 Prozent der Unternehmen fordern eine zusätzliche Steigerung ihres IT-Budgets von mindestens zehn Prozent, um optimal auf die digitale Zukunft vorbereitet zu sein", beoachtet René Büst, Senior Analyst und Cloud-Experte von Crisp Research.

42 Prozent der Befragten halten demnach eine Steigerung ihres IT-Etats um zehn bis 20 Prozent für angemessen, um die Vorbereitungen auf die digitale Zukunft optimal treffen zu können. Über ein Drittel glaubt sogar, 20 bis 30 Prozent mehr Budget zu brauchen. Es lässt sich also feststellen, dass die IT-Abteilungen zwar generell gerüstet sind, optimale Voraussetzungen allerdings nur mit Investitionen in weitere Verbesserungen und State-of-the-ArtLösungen geschaffen werden.

Das Rückgrat der digitalen Transformation bilden laut Crisp Research die Rechenzentren. "Rechenzentren sind die Logistikzentren der Zukunft und erleben als logistisches Datenvehikel ihre Blütezeit", meint Büst. Über zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten halten die RZ-Infrastruktur für den wichtigsten Baustein des digitalen Wandels. Künftige Investitionen werden den Analysten zufolge grossteilig in die Rechenzentrumsinfrastrukturen (Cloud, Software-defined Networks, Automatisierung, Modularisierung und Standardisierung) fliessen

Ohne externe Partner geht wenig

Um das Design und den Aufbau moderner Infrastrukturen auf Basis von Cloud (SaaS)- und SDN-Technologien hinzubekommen, greifen 81 Prozent der Befragten auf die Hilfe externer Partner und Service-Provider zurück. Die Unternehmen haben nach Ansicht der Studienautoren nicht ausreichend Wissen aufgebaut, um dem digitalen Wandel ganz aus eigener Kraft zu begegnen. Im Übrigen denken viele Vorstände, dass es nicht zu den Kernkompetenzen ihres Unternehmens gehöre, Rechenzentren, IT-Infrastrukturen und Systeme aufzubauen und zu betreiben.

Darüber hinaus ist die Entwicklung von neuen, digitalen Geschäftsmodellen und das Design der dafür notwendigen Prozesse nicht trivial. Nur eine Minderheit von etwa einem Fünftel (19 Prozent) der befragten Unternehmen schätzt die Fähigkeiten ihrer internen IT-Abteilung als gut genug ein, um die digitale Transformation ohne externen Partner zu meistern.

Zudem haben externe Rechenzentren- und Infrastrukturservices einen steigenden Stellenwert. 47 Prozent der Befragten lagern zwischen 20 und 80 Prozent ihrer IT auf externe RZ- und Infrastrukturservices aus. Dabei zeigt sich, dass Unternehmen, in denen der Infrastruktur eine geringe Bedeutung zukommt, weniger Outsourcing betreiben. Wo dagegen die Infrastruktur als sehr wichtig gilt, sind externe Anbieter gefragt. Hintergrund ist, dass Anwender dort in der Regel moderne, skalierbare und zuverlässige Infrastrukturen der nächsten Generation vorfinden.

Was erwarten Anwender von den IT-Lösungen der nächsten Generation? Bei nahezu allen Befragten (94 Prozent) steht das Thema Sicherheit und Ausfallsicherheit auf der Prioritätenliste ganz oben. Weitere Topthemen sind Flexibilität, Agilität und Reaktionsgeschwindigkeit. Für 90 Prozent der befragten Unternehmen sind diese drei Eigenschaften die wichtigsten Charakteristika bei der Auswahl einer Next Generation IT.

Service-Provider müssen also vor allem darauf achten, dass sie mit der Geschwindigkeit ihrer Kunden Schritt halten und schnell auf veränderte Anforderungen reagieren können. Auf den weiteren Plätzen folgen die Themen Innovation (85 Prozent) und Skalierungsfähigkeit (82 Prozent). Deutsche Unternehmen nehmen somit die Anbieter in die Pflicht, sie mit neuen technischen Lösungen zu versorgen, um den digitalen Wandel zu meistern. Gleichzeitig spielt die technische Skalierbarkeit der Infrastruktur, um Lastspitzen abzufangen, aber auch die globale Reichweite eine wichtige Rolle - man möchte schnell in internationale Märkte expandieren können.

Ohne mehr Budget wird der Wandel schwierig

Angesprochen auf die grössten Hemmnisse der Unternehmens-IT zur Implementierung einer Next-Generation-IT nennt knapp ein Drittel der Befragten ein zu geringes IT-Budget. Um den rasant wachsenden Anforderungen der Fachabteilungen auf der Infrastrukturebene gerecht zu werden, reicht der vorhandene Etat oft nicht aus. Wie die Studienautoren feststellen, geht es um mehr als den Betrieb von ein paar mehr Servern. So sagen 23 Prozent der Befragten, sie müssten erst einmal ihre inflexible IT-Organisationsstruktur auf Vordermann bringen. 20 Prozent sehen Probleme mit der veralteten Rechenzentrumsinfrastruktur und 19 Prozent mit der System-und Netzwerkarchitektur. Doch nicht nur die unflexible IT wird beklagt, auch die geringe Unterstützung durch das Senior Management ist 19 Prozent der Befragten ein Dorn im Auge. 

Die Studie

In Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Dimension Data hat Crisp Research Ende letzten Jahres die unabhängige Studie "Digital Business Readiness" umgesetzt. Ziel war es, ein Stimmungsbild von Unternehmen zum aktuellen Stand ihrer digitalen Transformation zu zeichnen.

Basis: 100 Unternehmens- und IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, davon je ein Drittel aus Betrieben mit 1000 bis 5000 sowie mit über 5000 Mitarbeitern.

Branchen: 40 Prozent der Befragten kommen aus der produzierenden Industrie, 14 Prozent aus Banken und Versicherungen, zwölf Prozent aus dem Gross-und Einzelhandel. Der Rest verteilt sich auf sieben weitere Branchen.

Umsätze: 43 Prozent der Umfrageteilnehmer erwirtschafteten 2013 in ihren Unternehmen Einnahmen von 100 Millionen bis zu einer Milliarde Euro. Weitere 34 Prozent befinden sich in der Gruppe zwischen einer Milliarde und zehn Milliarden Euro, sieben Prozent liegen bei über zehn Milliarden Euro. Weniger als 100 Millionen Euro nahmen ebenfalls sieben Prozent ein. Über die übrigen neun Prozent gibt es keine Angaben.

Die Befragten: 46 Prozent sind CIOs oder IT-Leiter, weitere 14 Prozent sind IT-Infrastruktur- oder RZ-Leiter. Jeweils zwischen acht und zehn Prozent der Stimmen entfallen auf Senior-, Strategie- und Prozess-Management sowie auf Sonstige.

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